Die Deutung des Namens "Fährkrug" ist nicht schwer, es ist der Krug oder das Gasthaus an der ehemaligen Fähre. Die heutige Landverbindung zwischen dem jetzigen Fährsee und dem Bruchsee ist vor langen Zeiten nicht vorhanden gewesen. Beide genannten Seen bildeten einst ein Gewässer, das allgemein als Fährsee bezeichnet wurde. In diesen alten Zeiten führte die Straße nach Prenzlau und weiter nach Pasewalk und Stettin hier entlang. Damals gab es hier eine Fähre, auf welcher Menschen als auch Wagen und Vieh jeglicher Art über dieses Gewässer an seiner schmalsten Stelle übergesetzt wurden. Da das Übersetzen hinüber und herüber längere Zeit in Anspruch nahm, hatte man aus Bedacht für die Reisenden, dem Fährmanne die Kruggerechtigkeit gegeben. Damit konnten sich die Reisenden hier im Kruge während der Wartezeit erfrischen und auch bei schlechtem Wetter unterkommen. Zu welcher Zeit die Fähre eingerichtet worden ist, entzieht sich unserer Kenntnis. In älteren Urkunden wird nichts über sie berichtet. Zum ersten Mal hören wir von ihr in dem Bericht über die Erbhuldigung der uckermärkischen Städte gegenüber ihrem Kurfürsten Joachim II. (Hecktor) vom Mittwoch nach Cantate des Jahres 1563.
Die erste Fährbrücke wurde zu Ende des 16. oder zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbaut. Zu dieser Zeit - 1625 - hatte der Fährkrug, er wurde noch "Fährmann" genannt, den Brückenzoll für die Stadt zu erheben.
Im Laufe der Jahre musste die Brücke oft ausgebessert werden. Ihr Zustand war im Jahr 1670 so schlecht, dass sie vom Grund auf neu erbaut werden musste, wie auch 1848/49 und 1879 (Steinbrücke). Im Jahre 1897 kam noch eine eiserne Bahnbrücke dazu, welche 1924 durch eine neuere ersetzt wurde.
In den Jahren 1755/56 ließ die Stadt ein neues Wohnhaus bauen, das 3186 Taler 8 Groschen kostete und im Jahre 1758/59 einen neuen Stall für 81 Taler 10 Groschen. Das Geld musste sich die Stadt wegen des Siebenjährigen Krieges von Ihren Bürgern leihen. Nach immer wieder neuen Pächtern, Verkauf, Versteigerung und Pfändung brannte der Fährkrug mit sämtlichen Gebäuden am 18. März 1865 nieder. 1866 ließ die Stadt die Gebäude durchweg massiv wieder aufbauen.